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Netflix-Start in Deutschland: Über den Erfolg entscheidet das Angebot

05/2014 · Als ob es nicht schon voll genug wäre: Gegen Ende des Jahres 2014 dürfen wir uns über den Europa-Start des Streaming-Dienstes Netflix freuen. Der amerikanische Streaming-Anbieter will auch in Deutschland versuchen, sich neben Watchever & Co. zu etablieren. Ob er das schafft, entscheidet das zukünftige Angebot des Dienstes.

Eigentlich sind wir Deutschen immer vorne dabei - egal ob Autobau, Wirtschaftswachstum oder Fußball-WM. Beim Streaming von Videos aus dem Internet hinken wir allerdings noch weit hinter anderen Ländern her. Wieso soll ich Geld für einen Stream von irgendeinem Server bezahlen, wenn ich für wenige Euro mehr den Film auch auf DVD oder gar Blu-ray haben kann, denken sich viele. Vergleichsweise klein ist momentan die Zahl der Nutzer von Streamingdiensten wie Watchever, Amazon Instant Video oder Sky Snap in Deutschland. 
Doch der deutsche Markt wächst rasant. Seit 2006 verzeichnen Watchever & Co. stetig wachsende Nutzerzahlen. Grund genug für den mit 48 Millionen Nutzern größten Streaming-Anbieter der Welt sein Angebot auf Deutschland auszuweiten: Gegen Ende dieses Jahres kommt der amerikanische Streaming-Anbieter Netflix auch nach Deutschland.

Einmal zahlen, immer und überall schauen

Wie viele andere Anbieter auch, setzt Netflix auf eine Video-Flatrate, vergleichbar mit einer Mobilfunk-Flatrate: Bezahlt man den festgesetzten Preis, kann man so viele Serien und Filme online schauen, wie man möchte - jederzeit und an jedem Ort. Zum Abo-Preis hat sich Netflix noch nicht geäußert, das Unternehmen ließ nur verlauten, dass er "niedrig sein" solle. Damit dürfte sich Netflix preislich vermutlich zwischen Amazon Instant Video und Watchever einordnen. Der erst Ende Februar gestartete Videostreaming-Dienst des Online-Versandhändlers Amazon kostet umgerechnet 4 Euro pro Monat bzw. 49 Euro im Jahr, für Watchever zahlt man mit 8,99 Euro monatlich bzw. rund 108 Euro jährlich mehr als den doppelten Abo-Betrag. Für den Netflix-Zugang bezahlt man Amerika momentan 7,99 Dollar, was umgerechnet rund sechs Euro sind. Deshalb wird spekuliert, dass der Preis für das Netflix-Abo in Deutschland zwischen fünf und sechs Euro liegen wird. 

Netflix-Start in Deutschland: Das Angebot entscheidet über Erfolg oder Misserfolg

Da die Angebote im monatlichen Abo-Preis sehr nah zusammenliegen, entscheidet über den Erfolg eines Dienstes vor allem dessen Serien-Angebot. Bisher hält Watchever den ersten Platz, was die Anzahl von verfügbaren Serien und Filmen angeht. Amazon Instant Video holt allerdings immer mehr auf und hat mittlerweile ein interessantes Entertain-Angebot zusammengestellt. Die Qualität des Angebots ist natürlich Geschmackssache, Konsens herrscht allerdings darüber, dass Watchever deutlich mehr aktuelle Filme im Angebot hat als der Amazon Dienst. Dafür liefert Instant Video mit Breaking Bad oder House of Cards mehr Serienhighlights als die Konkurrenz. 
Mit dem Start von Netflix in Deutschland werden die Karten aber neu gemischt - davon ist auszugehen, obwohl Netflix noch nichts zum Streaming-Angebot zum Europa-Launch verraten hat. Sollte sich der Streaming-Riese dazu entscheiden, das gesamte US-Angebot auch in Deutschland zur Verfügung zu stellen, dürfte der Netflix-Dienst bei den Liebhabern von originalvertonten Serien und Filmen die neue Nummer eins werden. Das Angebot an englischsprachigen Bewegtinhalten ist auf den beiden großen Streaming-Diensten bisher noch sehr mau.
Sicher ist allerdings, dass mit der Politthriller-Serie House of Cards und der Drama-Serie Orange Is The New Black, die eigens von Netflix produziert werden, zwei hervorragende Serien im Netflix-Abo enthalten sein werden. Der bereits 2010 geschlossene Deal zwischen Netflix und den US-Filmstudios Paramount Pictures, Lions Gate und Metro-Goldwyn-Mayer über die Online-Vetriebsrechte von deren Produktionen lässt zudem darauf hoffen, dass zum Start von Netflix zahlreiche Blockbuster abrufbar sein werden.

HD oder kein HD - das ist hier die Frage

Zu einem weiteren interessanten Feature hielt sich Netflix ebenfalls noch bedeckt: Der Unterstützung von HD-Inhalten. Bei Amazon Instant Video werden Abo-Inhalte oft nur in Standard-Qualität ausgestrahlt, möchte man seine Filme oder Serien in HD sehen, muss man draufzahlen. Watchever bietet alle Inhalte ohne Aufpreis in HD an - vorausgesetzt die Übertragungsgeschwindigkeit reicht aus, um Inhalte ruckelfrei zu übertragen.

Fazit: Wenig Informationen, viele Spekulationen

Der Winter wird also heiß - vor allem für Film- und Serienfans. Mit dem Start von Netflix steht ein neuer Herausforderer für die Streaming-Platzhirsche Watchever & Co. in den Startlöchern, der sein ganzes Potential noch nicht enthüllt hat. Das heizt Spekulationen an, dabei werden die nächsten Monate spannend, wenn Netflix nach und nach bekanntgeben wird, wie ihr Angebot zum Start des Dienstes in Europa aussehen wird.

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