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eTest: Thecus N2310

11/2014 · Externe Festplatten mit Netzwerkanschluss (NAS) erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Wir schauen uns das Gehäuse N2310 von Thecus für zwei HDDs genauer an - welche Funktionen bietet es dem Anwender?

Einführung

In letzter Zeit erfreuen sich die sogenannten NAS-Festplatten immer größerer Beliebtheit. NAS – das steht für Network Attached Storage, also ans Netzwerk angebundener Speicher. Im Gegensatz zu Festplatten, die in einen PC eingebaut sind oder per USB an diesen angeschlossen werden, wird ein NAS per LAN-Kabel mit dem heimischen Router verbunden. Die darauf gespeicherten Daten stehen dann – je nach Einstellung – sämtlichen Geräten im Netzwerk zur Verfügung.

 

Gerade im Zeitalter der Smartphones und Tablets mit ihrem mobilen Internet ergibt sich ein weiterer Vorteil von NAS-Systemen: Prinzipiell kann auf sie auch von außerhalb des eigenen Netzwerkes zugegriffen werden, sofern sie an einem Router mit Internetzugang hängen. Der Besitzer könnte also aus dem Ausland Urlaubsfotos hochladen oder auf bestimmte Dokumente zugreifen; auch das Streamen von Musik oder Videos auf der Netzwerkfestplatte ist möglich.

 

eTest stellt nun in diesem Test ein solches NAS-System vor, und zwar das N2310 von Thecus, welches uns der Hersteller zur Verfügung gestellt hat. Der Test soll sich hauptsächlich an den technisch weniger versierten Anwender richten und einige der grundsätzlichen Funktionen erläutern und auch klären, wie gut sich Thecus im Vergleich zur Konkurrenz schlägt.

 

Für mehr Informationen zu den technischen Daten empfehlen wir einen Blick auf die Produktseite des N2310.

 

Lieferumfang und Äußeres

Das N2310 kommt in schwarz und hat ansonsten ein recht zweckmäßiges Äußeres: An der Front findet sich eine Reihe von LEDs, die den Status der einzelnen HDDs und der Verbindung anzeigen sowie die Einbauschächte der Festplatten, die dank eines Schnellverschlusses ein schnelles Ein- und Ausbauen der HDDs ermöglichen. Rückseitig befinden sich die Strom-, Netzwerk und USB-Anschlüsse (jeweils einer in USB 2.0 und USB 3.0) sowie der Lüfter, welcher Chips und Festplatten im Inneren vor Überhitzung schützt.

 

Bild eTest: Thecus N2310

 

Neben dem Gehäuse selbst sind außerdem noch ein Stromadapter und ein LAN-Kabel im Lieferumfang enthalten, sodass zumindest an Kabeln alles für den Betrieb des Gerätes Notwendige vorhanden ist. Da das Gehäuse allerdings leer, d.h. ohne Festplatten, verkauft wird, muss der Anwender diese vor Inbetriebnahme selbst einbauen (dazu später mehr). Dies gelingt ruck-zuck, und dann kann es mit der Einrichtung losgehen.

 

Fazit: Sowohl das Design als auch das Zubehör fallen schlicht aus.

 

Käufer, die noch nie mit PC-Komponenten zu tun hatten, haben gelegentlich eine gewisse Berührungsangst bei den vermeintlich hochempfindlichen Teilen. Für den Einbau der Festplatten in das N2310 kann allerdings Entwarnung gegeben werden: Wer in der Lage ist, eine Schraube mit einem Schraubenzieher festzudrehen, der wird keine großen Schwierigkeiten haben. Damit man die Platten später leicht aus dem Gehäuse nehmen kann, werden sie in einem Plastikrahmen befestigt, der dann in das NAS-Gehäuse geschoben wird. Dies dauert wenige Augenblicke; die Platte rastet mit einem deutlichen „Klick“ ein und sitzt anschließend fest.

 

Bild eTest: Thecus N2310

 

Grundsätzlich kann das NAS mit einer oder zwei HDDs betrieben werden. Für den Einsatz in solchen Geräten bieten einige Festplattenhersteller spezielle Modelle an, von Western Digital gibt es beispielsweise die „WD Red“-Serie mit Modellen bis 6 TB. Auf diese Weise kann das NAS mit bis zu 12 TB an Daten (12.000 Gigabyte) beladen werden.

 

Für unseren Test haben wir eine „stinknormale“ WD Green mit 2 TB verwendet. Der Einsatz besonders schneller Festplatten lohnt sich hier kaum, da die Übertragungsrate des Gerätes durch die Anbindung per Gigabit-LAN sowieso auf maximal 125 MB/s beschränkt ist.

 

Fazit: Der Einbau ist kinderleicht und auch von Unerfahrenen in wenigen Minuten zu schaffen.

 

Ist alles verbaut und angeschlossen, kann das NAS durch einen Druck auf den Power-Knopf eingeschaltet werden. Beim Hochfahren der Platte fällt auf, das dieser Vorgang mit etwa einer Minute recht lang dauert und etwas laut ist. Im Normalfall muss der Anwender das System aber nicht häufig neu starten.

 

Auf der beigelegten CD findet sich ein Einrichtungsassistent, den man auf einem beliebigen PC im Netzwerk installieren kann, um dort das NAS einzurichten. Alternativ kann man auch gleich über den Windows-Explorer (hier wird die Platte als „N2310“ automatisch in der „Netzwerkumgebung“ angezeigt) oder einen Internetbrowser auf die Benutzeroberfläche der Netzwerkfestplatte zugreifen.

 

Der erste Einrichtungsschritt besteht in der Organisation der eingebauten HDD bzw. HDDs. Das NAS muss wissen, wie diese verwendet werden sollen – hier stehen auch verschiedene RAID-Modi zur Auswahl. Problematisch ist dabei, dass das NAS Schwierigkeiten mit Festplatten hat, auf denen bereits Daten sind – bei einem Neukauf ist dies kein Problem, wenn aber eine bereits bestehende Medienbibliothek einfach in ein neues Gehäuse gesteckt werden soll, ist es ärgerlich. Bei der Konkurrenz gibt es derartige Probleme kaum. Im Test hatten wir keine Wahl als die verwendete Festplatte zu formatieren.

 

Die Benutzeroberfläche ähnelt, wie auch beim „Disk Station Manager“ von Synology-Geräten, einem normalen Desktop. Dieser macht einen beinahe schon zu aufgeräumten Eindruck, denn auf den ersten Blick scheint es kaum anklickbare Funktionen oder Einstellungen zu geben. Ein wenig Zeit zum Einarbeiten oder ein Blick in die Bedienungsanleitung verrät, dass der Zugriff auf die meisten Funktionen wie z.B. den Medienservern oder die Anzeige der Dateien und Ordner auf der Platte über Symbole erfolgt, die sich in einem Menü oben links verstecken.Weitere Knöpfe ermöglichen das Updaten des Betriebssystems oder seiner Komponenten sowie das Herunterfahren und einen Neustart.

 

Sobald man aber das Untermenü mit den vielfältigen Funktionen gefunden hat, wird man beinahe erschlagen davon – denn es gibt viele Einstellmöglichkeiten, deren Sinn sich dem unerfahrenen Nutzer nicht ohne Weiteres offenbart. Hier sollte Thecus versuchen, den Mittelweg zu finden und unerfahrene Benutzer etwas mehr an die Hand zu nehmen.

 

Fazit: Die Inbetriebnahme erfordert Zeit und Einarbeitung. Wenn auf den HDDs bereits Daten sind, müssen diese möglicherweise formatiert werden.

 

Neben der Grundfunktionen – dem Lesen und Schreiben von Daten von mehreren Geräten im Netzwerk aus – bietet das N2310 wie auch die meisten Konkurrenzgeräte eine Fülle von Funktionen. Dazu zählen verschiedene Medienserver. Hierbei handelt es sich um Programme, die es beispielsweise iTunes ermöglichen, die auf dem NAS gespeicherte Musiksammlung anzuzeigen oder abgelegte Videodateien an Netzwerkgeräte wie Fernseher zu streamen.

 

Über die am Gehäuse vorhanden USB-Schnittstellen lassen sich beispielsweise USB-Sticks oder Drucker anschließen und sind so auch im gesamten Netzwerk nutzbar. Das ist praktisch – allerdings haben heutzutage auch die meisten Router eine ähnliche Funktion. Immerhin gibt es die Möglichkeit, den Inhalt von angeschlossenen USB-Sticks automatisch auf das NAS kopieren zu lassen.

 

Ebenfalls vorhanden sind Anwendungen für Dienste wie FTP-Server oder dynamische DNS-Dienste. Eine komplette Liste finden sie auf der Herstellerseite. Beim Test dieser Dienste ergaben sich für uns keine Probleme – allerdings werden technisch weniger versierte Anwender Zeit brauchen, die richtigen Einstellungen vorzunehmen. Hier würden wir uns von Thecus etwas mehr Hilfestellung erhoffen. Beispielsweise ist nicht deutlich, welchen der vom NAS automatisch angelegten Ordner der Benutzer für welche Daten verwenden soll.

 

Eine besondere Rolle dürfte allerdings der Zugriff von unterwegs aus spielen, weswegen wir ihm einen eigenen Abschnitt widmen.

Fazit: Reichhaltiger Funktionsumfang, der aber Anfängern eine gewisse Einarbeitung abverlangt.

 

Wirklich praktisch ist die Möglichkeit, per Smartphone oder Tablet von Unterwegs aus auf die zuhause gespeicherten Daten zuzugreifen. Hierfür muss aber eine Reihe von Bedingungen erfüllt sein: Erstens muss das NAS für diesen Fernzugriff eingerichtet und an einen Router angeschlossen sein, der Internetzugriff hat. Außerdem muss auch das entsprechende mobile Gerät über eine Thecus-App für diesen Zugriff eingerichtet sein. Hierfür kann man einen Dienst von Thecus verwenden, der eine Anmeldung erfordert.

 

Hier sollte man besonders auf die Sicherheit der eigenen Daten achten. Immerhin kann grundsätzlich jeder im Internet versuchen, auf fremde Netzwerke zuzugreifen. In unserem Test passierte uns das Missgeschick, dass auf einmal der Ordner mit den Testdateien über das Internet frei und ohne Passwort zugänglich war. Man sollte sich also schon vor dem Freigeben auch mit den Zugriffsberechtigungen auseinandersetzen und nicht einfach drauflos-freigeben.

 

Die Geschwindigkeit des Datenzugriffes hängt dann, sobald alles eingerichtet ist, von der Geschwindigkeit des Internet zuhause (Upstream) und des mobilen Internets auf dem Endgerät (Downstream) ab. Für das Streamen von Full-HD-Videos dürften beide im Normalfall zu langsam sein; kleinere Dateien jedoch sind kein Problem.

 

Fazit: Wer weiß, was er tut, bekommt mit dem mobilen Datenzugriff eine praktische Funktion. Es gibt allerdings Risiken bei der Dateifreigabe über das Internet.

 

Bei der Übertragungsleistung des N2310 von Thecus gab es im Test nichts zu bemängeln. Es ist nicht so schnell wie „normale“ externe Festplatten über USB 3.0 oder eSATA, jedoch reicht die Geschwindigkeit für alle alltäglichen Aufgaben, auch beim gleichzeitigen Zugriff von mehreren Geräten, aus. Der Nutzer sollte allerdings sicherstellen, dass er auch über einen Router mit Gigabit-Ethernet verfügt – ansonsten reduziert sich die maximale Geschwindigkeit auf ein Zehntel, also 100 Mbps bzw. etwa 12 Megabyte pro Sekunde.

 

Die Lautstärke des NAS ist ein klarer Kritikpunkt. Beim Einschalten rumort es ziemlich, wird dann zwar leiser, ist aber bei einer ansonsten leisen Umgebung weiterhin hörbar. Dies ist dann ein Problem, wenn der Besitzer im gleichen Raum schlafen möchte, denn das konstante Brummen hat nicht eben eine beruhigende Wirkung (zumindest nicht auf den Autor). Besser aufgehoben ist das NAS, falls es die Nähe zum Router erlaubt, im Flur oder in einer Kommode mit Tür.

 

Fazit: Die 2310 ist zügig bei der Dateiübertragung, gibt aber ein konstantes Brummen von sich.

 

Insgesamt sprechen für das Thecus N2310 seine vielen Funktionen und der einfache Einbau der Festplatten. Auch die Geschwindigkeit von Dateiübertragungen überzeugt selbst im Vergleich zu teureren Modellen. Der Preis von derzeit etwa 120,- Euro für das Leergehäuse ist ebenfalls ein klares Argument für das N2310. Je nach gewünschter Kapazität fallen noch einmal Kosten für Festplatten an, das trifft aber auf Konkurrenzmodelle ebenfalls zu.

 

Die zwei großen Probleme des N2310 sind einerseits die Problematik bei der Verwendung von bereits beschriebenen HDDs und andererseits die etwas unausgegoren erscheinende Benutzeroberfläche, die mal zu schlicht und mal zu überladen erscheint und selten einen guten Überblick gibt, sodass gerade unerfahrene Nutzer Gefahr laufen, sich in den vielen Einstellmöglichkeiten zu verlieren.

 

Aufgrund des günstigen Preises kann man über diese Schwächen allerdings hinwegsehen. Wir würden das NAS am ehesten Nutzern mit zumindest rudimentären Kenntnissen empfehlen, die den Geldbeutel schonen möchten. Anfänger werden etwas Zeit brauchen, die Funktionsweise und Einstellmöglichkeiten der einzelnen Funktionen zu verstehen.

 

Insgesamt bekommt das N2310 in diesem Test die Note „befriedigend“ mit einer Aufwertung für den günstigen Preis.

Bild eTest: Thecus N2310

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