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MHL, NFC und USB

05/2013 · Es ist ein Song der Fantastischen Vier, der dem Betrachter der neuesten Funk- und Kabel-Standards in den Sinn kommt: So wie in "MfG" reiht sich auch in den verschiedenen Kabel- und Funk-Spezifikationen eine Abkürzung an die andere. eTest verschafft einen Überblick.


Beginnen wir zuerst einmal mit den bekannteren Funk-Standards, die teilweise schon ihren festen Platz im Heim-Netzwerk haben:
An erster Stelle ist hier die WLAN-Technologie (Wireless Local Area Network) zu nennen, die schon seit Jahren dafür sorgt, dass wir ohne Kabel mit unseren Notebooks, Tablets, Smartphones und neuerdings auch TV-Geräten schnell und angenehm im Netz surfen können. Die Datenrate, die das WLAN garantiert, liegt – je nach Router – bei circa 1,27 Gigabyte. Die maximale Reichweite des WLAN liegt bei rund 70 Metern. Über die Jahre wurden viele verschiedene WLAN-Standards entwickelt. Der aktuelle und am weitesten verbreitete Standard ist der n-Standard, der maximal 600 Megabyte pro Minute überträgt. Die angesprochenen 1,27 Gigabyte ermöglicht der kommende ac-Standard, der noch nicht von allen WLAN-fähigen Geräten unterstützt wird.

 

Bild MHL, NFC und USBFast genauso bekannt wie WLAN ist die Bluetooth-Technologie, die ebenfalls schon seit einigen Jahren existiert und immer wieder aktualisiert und verbessert wurde. Bluetooth kommt vor allem im Smartphone-Bereich zum Einsatz und ermöglicht die schnelle Übertragung von kleinen Daten über kurze Reichweiten. Bluetooth 4.0 ist der aktuelle Standard der Technologie und überträgt Daten mit maximal 2,1 Megabyte pro Sekunde bei einer Reichweite von höchstens 10 Metern. Im Heimkino-Bereich wird Bluetooth vor allem bei der Übertragung von Audio-Signalen verwendet; es findet sich also hauptsächlich in HiFi-Anlagen. Da Bluetooth in einem Fernseher aufgrund der niedrigen Datentransferraten eher selten benutzt werden würde, existieren bislang nur wenige Geräte mit einem Bluetooth-Modul (z.B. der Panasonic TX-L47DTW60 oder  der TX-L47WTW60).

 

Bild MHL, NFC und USBDas Problem der kleinen Datenraten der Bluetooth-Technologie greift ein neuer Herausforderer direkt auf: WiFi-Direct basiert auf der WLAN-Technologie und ermöglicht die Kommunikation von zwei Geräten untereinander – mit derselben Datenrate wie im WLAN, nämlich mit bis zu 1,27 Gigabyte. Aufgrund der weitaus höheren Transferleistung von WiFi-Direct und der Verwandtschaft zum WLAN ist davon auszugehen, dass sich die Technologie gegen Bluetooth behauptet und in Zukunft in vielen Fernsehern ihren Platz finden wird. Samsung erprobt die Technik bereits und hat mit Modellen wie dem UE55F7090 oder dem UE55F8090 erste Fernseher in der Produktpalette, die WiFi-Direct unterstützen.

 

Ein erweitertes und somit auch ein für Fernseher viel interessanteres WiFi-Direct bietet die Miracast-Technologie. Sie basiert zwar auf WiFi-Direct, funkt allerdings bis zu 3 Gigabyte Daten pro Sekunde durch die Luft. Damit eignet sich Miracast nicht nur zur Übertragung von kleinen Daten oder Audio-Files, sondern auch für den Transport von hochauflösendem Bildmaterial. So kann Miracast beispielsweise HDMI ersetzen – solange es sich beim zu streamenden Material nicht um 4K-Inhalte handelt. Denn dafür hat Miracast einen zu geringen Datendurchsatz. Geräte mit Miracast werden bereits von verschiedenen Herstellern angeboten, zum Beispiel der Philips 47PFL7008K oder der LG 55LA9609.

 

Bild MHL, NFC und USBDie letzte Drahtlos-Technologie auf der Liste hat bisher vor allem bei LG den Weg in Fernsehgeräte gefunden: NFC (Near Field Communication). Diese Technologie wird von fast allen aktuellen Smartphones beherrscht und dient zum Austausch von kleinen Daten, ähnlich wie Bluetooth. Die vergleichsweise geringe Datenrate von 424 Kilobyte pro Sekunde sowie die geringe Reichweite von 10 Zentimetern lässt die NFC-Technologie allerdings etwas hinter die Konkurrenz zurückfallen. Trotzdem hat LG seinen Modellen 47LA7408, 47LA8609 und 55LA9609 ein NFC-Modul spendiert.

 

Schauen wir uns die aktuellen Kabel-Standards an, trifft man viele alte Bekannte: LAN (Local Area Network) wird dazu verwendet, eine schnelle Verbindung im Heimnetzwerk herzustellen, die Daten mit bis zu 10 Gigabyte pro Sekunde verschickt. USB (Universal Serial Bus) ist die universelle Datenschnittstelle, die DVB-T-Sticks mit Notebooks, Festplatten mit Fernsehern oder Stromquellen mit Smartphones verbindet. Bis zu 4 Gigabyte Daten pro Sekunde schafft der neue USB 3.0-Standard. Zur Übertragung von hochauflösenden Bild- und Audioinhalten eignet sich vor allem HDMI (High-Definition Multimedia Interface). Diese Technologie ermöglicht Datenraten von bis zu 10,2 Gigabyte pro Sekunde und dient meist als Verbindungskabel zwischen HD-Geräten. Um in Zukunft auch 4K-Material mit einer Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln ruckelfrei auf den Bildschirm bringen zu können, wird bereits an der HDMI 2.0-Variante gearbeitet, die bis zu 18 Gigabyte pro Sekunde übertragen soll. Die "älteren" Kabel-Standards werden von so gut wie jedem neuen Fernseher unterstützt.

 

Bild MHL, NFC und USBVergleichsweise neu ist hingegen die MHL-Technik (Mobile High-Defintion Link): Sie ermöglicht den Anschluss eines Smartphones an einen MHL-fähigen Fernseher. Dabei ist MHL weniger ein Kabel als vielmehr ein Adapter. Das microUSB-Ende des Adapters wird ins Smartphone gesteckt, ins andere Ende des Adapters kommt ein HDMI-Kabel. Bild- und Audio-Daten werden umgewandelt und eins zu eins auf dem Fernseher wiedergegeben. Die maximale Datenrate von MHL liegt bei 3 Gigabyte pro Sekunde. Erste Fernseher mit MHL-Unterstützung sind beispielsweise der LG 47LA7408 oder der Samsung UE55F8090.

 

Bild MHL, NFC und USBKein Kabel- oder Funk-Standard, aber eine weitere nette Abkürzung ist DLNA (Digital Living Network Alliance). DLNA ist nicht funk- oder kabelgebunden, sondern beschreibt einen Zusammenschluss verschiedener Hersteller, die sich auf gemeinsame Übertragungsstandards verständigt haben. So lassen sich auch Geräte verschiedener Hersteller miteinander verknüpfen, ohne dass spezielle Adapter oder Umwandler benötigt werden. Jedes DLNA-Netzwerk benötigt mindestens einen Server, der Dateien speichert und über einen Router den Clients - also Abspielgeräten wie Fernseher, Smartphone oder HiFi-Anlage - zur Verfügung stellt. Mittlerweile erfüllen tausende Geräte die DLNA-Voraussetzungen, darunter auch viele Fernseher. Einziger Nachteil des DLNA-Netzwerks ist die umständliche Einrichtung.

 

Drahtlose oder kabelgebundene Zukunft?

Ob nun Kabel oder Funk für den Fernseher am besten ist, entscheidet momentan noch der Nutzer. Ob HD-Material oder nicht, sowohl die aktuellen Funk-Standards als auch die zeitgemäßen Kabel-Varianten übertragen Inhalte ohne Qualitätsverlust an den Fernseher. Ob dabei eine stabile Datenverbindung per Kabel oder die Kabelsalat verhindernden Wireless-Technologien zum Einsatz kommen, muss jeder Fernsehwillige selbst wissen. In Zukunft scheint jedoch kein Weg an zumindest einem Kabel vorbeizuführen: Werden die 4K-Inhalte gesellschafts- und massenfähig, ist ein HDMI 2.0-Kabel Pflicht, da über den drahtlosen Weg auf absehbare Zeit derart große Datenmengen nicht bewegt werden können.

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