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Gestatten, Xbox One

05/2013 · Gestern Abend wurde die neue Konsole aus dem Hause Microsoft vorgestellt. Schon beim Namen gab es die erste Überraschung: Statt Xbox 720 heißt die Next-Gen-Konsole Xbox One. Leider blieb der unerwartete Name nicht die einzige Überraschung des Microsoft-Events.

Immerhin gab es zum Namen diesmal auch ein Gesicht. Offenbar hatte sich Microsoft die Vorstellung der Playstation 4 ganz genau angeschaut und aus der Kritik gelernt: Das Release-Event der nächsten Xbox war noch keine fünf Minuten alt, da präsentierten die Amerikaner schon ihre neue Konsole. Sowohl mit Namen, als auch in Form einer echten, anfassbaren Konsole. Xbox One heißt das Gerät, mit dem Microsoft gegen Sonys Playstation 4 antreten wird und das im Design an die allererste Xbox erinnert. Das schwarze Plastikgehäuse ist in glänzendem Klavierlack gehalten, auf allen Seiten prangt das Xbox-Logo. Zudem ist die Xbox One um einiges größer als die aktuelle Xbox 360; sie wirkt klobig und unförmig.
Zusammen mit der Xbox One wird offenbar auch der neue Kinect-Sensor verkauft werden, genauso wie ein überarbeiteter Controller. Die neue Kinect-Kamera sieht ebenfalls etwas klobiger und kantiger aus als das Vorgängermodell, das Controller-Design wurde größtenteils beibehalten. Die Xbox-Taste wandert etwas nach oben und macht zwei Knöpfen Platz, deren Funktion noch nicht genauer erläutert wurde.

 

Microsoft Xbox One mit Controller und Kinect-Kamera
Bild: Microsoft

Technik von heute, Software von morgen

Ebenfalls neu ist die Technik, die unter dem Klavierlack arbeitet: Ein Oktacore-Prozessor, der dem Namen nach mit acht Kernen arbeitet, soll die Konsole auf das Niveau eines aktuellen Spiele-PCs beschleunigen. Unterstützt wird der Prozessor von einem acht Gigabyte großen Arbeitsspeicher. Komplettiert wird die Ausstattung der Konsole von einer 500 GB großen Festplatte, einem HDMI-Port sowie einem Blu-ray-Laufwerk. Hinzu kommt noch ein Anschluss für Satelliten- bzw. Kabelreceiver, der das Fernsehen auf der Xbox ermöglicht. Auf der neuen Xbox laufen insgesamt drei Betriebssysteme: eines ist das Hauptbetriebssystem, eines sorgt dafür, dass Spiele in möglichst hoher Qualität abgespielt werden, sowie ein drittes, das für den Multimedia-Bereich der Xbox One zuständig ist. Viel mehr wurde zur technischen Seite der nächsten Xbox-Generation auf dem Event nicht verraten.
Umso mehr wurde auf die neue Software der Konsole eingegangen. Die soll dafür sorgen, dass die Xbox One zum zentralen Multimedia-Gerät im Wohnzimmer avanciert. Mittels TV-Anschluss kann die Xbox nun mit einem Receiver kommunizieren und TV-Programme auf den Fernseher bringen. In der Präsentation machte diese Funktion mächtig Eindruck: Xbox-Marketingchef Yusuf Mehdi zappte per Sprachsteuerung durch die verschiedenen Inhalte und Medien der neuen Xbox. "Xbox, show me HBO!", schon sprang die Xbox blitzschnell auf den amerikanischen Sender HBO. Mit "Xbox, show me Star Trek!" startete die Box den Blockbuster. "Xbox, let's play a game!", schon switchte der Bildschirm von Captain Kirk zu vorbeirasenden Autos - das alles ohne spürbare Verzögerung.
Interessant war die Einbindung des Chat-Dienstes Skype, der ebenfalls per Sprachbefehl auf den Bildschirm geschaltet werden kann. So kann man mit Freunden zusammen das Spiel der Lieblingsmannschaft schauen, auch wenn der Kumpel auf Geschäftsreise ist.
Neben einer stark verbesserten Sprachsteuerung verfügt der Kinect-Sensor der neuen Xbox auch über eine erweiterte Gestensteuerung. Wie auf einem Smartphone lässt sich mit den Armen der Zoom aktivieren, indem man sie zusammen oder auseinander bewegt. Per Wischbewegung kann man bequem durch die verschiedenen Angebote steuern. Laut Microsoft soll der Sensor sogar den Unterscheid zwischen einer geballten und einer offenen Hand erkennen - ein beträchtlicher Fortschritt zum alten Kinect-Sensor.
Die Zahl der vorgestellten Spiele war im Vergleich zur Präsentation der Playstation 4 äußerst gering: Es wurde eine komplette Palette von neuen EA-Sporttiteln (darunter FIFA 14, NBA Live 14 etc.), das neue Forza 5, eine Fortsetzung von Call of Duty sowie ein Spiel namens Quantum Break (offenbar ein Shooter) vorgestellt. Die Grafik der Spiele lag wie erwartet auf einem überaus hohen Niveau - vergleichbar mit dem der Playstation 4. Wirklich viel Gameplay - abgesehen von einem ellenlangen Beitrag zum neuen Call of Duty Ghosts - bekamen die versammelten Journalisten und Blogger allerdings nicht zu sehen.

Die Konferenz in der Retrospektive

Was blieb also nach der Präsentation der Xbox One? Eine sehr leistungsfähige Konsole, die mit toller Grafik und intelligenten Multimedia-Eigenschaften ins heimische Wohnzimmer kommt. Dazu kommt noch ein überarbeitetes Gamepad, das auf den ersten Blick einen guten Eindruck macht. Die interessanteste Neuerung dürfte allerdings die verbesserte Kinect-Kamera sein: Sie erkennt selbst kleinste Bewegungen und bringt diese in Echtzeit auf den Bildschirm - ein Gerät mit viel Potential.
Bedenkt man allerdings, dass gut 70 Prozent der Multimedia-Features in Deutschland vorerst nicht nutzbar sein werden - Microsoft nennt kein genaues Datum, sondern sagt nur, dass sie "nach und nach verfügbar" sein werden - hinterlässt die Präsentation der Xbox One einen bitteren Beigeschmack. Abgesehen von Spielereien wie dem Wechseln von Kanälen per Sprachbefehl oder Gesten (die man vielleicht nach dem Kauf der Konsole ein- oder zweimal ausprobiert, deren Reiz danach aber stark nachlässt), wurde auf dem Microsoft-Event nicht viel mehr verraten. Informationen zur Abwärtskompitabilität, zum permanenten Onlinezwang, zum Handel mit gebrauchten Spielen sowie zum Release-Datum sickern erst tröpfchenweise durch das Netz. Microsoft verweist auf die Pressekonferenz auf der E3 am 10. Juni 2013. Hoffentlich gibt es dort mehr zu sehen als den Namen und das Gesicht der nächsten Xbox-Generation. Viel mehr zeigte Microsoft gestern Abend nämlich nicht.

Der größte Kritikpunkt an Microsofts neuer Konsole ist gleichzeitig die größte Innovation der Xbox One. Was hinter dieser Aussage steckt? Das lesen Sie hier.

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